Klassik Heute
Juni 2016
Klassik Heute empfiehlt die CD als CD der Woche und Klassik Heute Empfehlung

"[...] Von der Geschichte zur Gegenwart: Da bilden Mirjam Tschopp sowie Riccardo Bovino ein junges, aber längst in der internationalen Musikwelt profiliertes Duo, das sich – gesegnet mit den heute schon regelrecht zum Standard gehörenden Gaben einer vollendeten Instrumentenbeherrschung – in dieses Material hellhörig hineinstürzt. Hinzu kommt: Selten werden diese Werke von ein und demselben Duo ausgeführt, da die Streicherwelt meist sauber in Geigen- und Bratschenfraktion getrennt ist. Da Mirjam Tschopp beide Instrumente gleichberechtigt spielt, erscheinen sie und ihr Partner als „Traumkonstellation“ schlechthin, was auf dieser CD dem Eindruck von großer Nähe dieser beiden Sonaten zueinander auch hörbar zugute kommt.
Wer nun das Attribut „hineinstürzen“ mit ungestüm oder jugendlich-stürmisch um jeden Preis gleichsetzt, wird beim Hören schnell eines besseren belehrt. Viel passender erscheinen Attribute wie hellwach, glasklar, aufgeklärt. Oder: unbestechlich und dabei messerscharf präzise. Denn genau diese Qualitäten stehen hinter jenen intensiven Spannungszuständen, in denen gerade aus den leisen Registern dieser Kompositionen umso mehr Intensität hervor geht. Mirjam Tschopp und Riccardo Bovino machen das „piano“ zu dem, was es bei Schostakowitsch ist – zu etwas tiefgründigem und lauerndem! Karg und minimalistisch, dabei fast bestürzend eindringlich gestaltet das Duo solche Parts und schafft es mühelos, über lange Zeiträume in enormer dynamischer Feinabstimmung eine bezwingende Dramaturgie aufzubauen. Am Anfang von op. 134 hebt die Violine über eine Zwölftonskala zu beschwörendem Klagegesang an, während das Klavier über lange Strecken einstimmig bleibt. Je weniger Töne, desto eindringlicher – dieses von Schostakowitsch gerade in den letzten Sonaten auf die Spitze getriebene Prinzip, hat dieses Duo tief verinnerlicht. Mirjam Tschopps Violinton ist vibratoarm, elegant und souverän kraftvoll. Und aus den ganzen unruhigen Ruhezuständen heraus wirken die dynamischen Verdichtungen wie wütende Impulse eines Aufbegehrens. Zupackend und mit unerbittlich treibender rhythmischer Wucht geht es in den schnellen, lauten, extrovertierten Mittelsätzen zu. Faszinierend, wie in vielen rasanten Synkopenparts perkussive Klavierimpulse mit grell aufblitzende Pizzicati verzahnt sind. Langsam-schnell-langsam, diese radikale Umkehrung der „normalen“ Sonatensatzfolge behält im Spiel der beiden eine wohldosierte Symmetrie.
Auf die zweite hier eingespielte Sonate treffen solche Qualitäten nicht minder zu – wenn auch unter den Händen des Tschopp-Bovino-Duos diese „Lebensabschieds“-Sonate noch introvertierter als ihre Vorgängerin beginnt, hörbar innigere Elemente aufblitzen und in der Mitte ein leidenschaftlich tänzerischer Satz nur so vor Lebensbejahung zu strotzen scheint. Aber auch, wenn sich gerade diese letzte Komposition eines Genies mehrmals zu berührend schönen, fragilen Melodien aufschwingt – deren Hinterfragungen, die gerne bis zu grotesken Zerrbildern reichen, lassen nie lange auf sich warten. In diesem Spätwerk treten Elemente aus der Zwölftonmusik und einer zuweilen sehr direkten Beeinflussung durch Alban Berg ausgesprochen stark zutage. Die Klarheit im Spiel des Duos sorgt dafür, aufregende Reibungspunkte zwischen intellek-tueller herausfordernder Dodekaphonie und viele emotionaleren Elementen russischer Tonsprache erfahrbar zu machen."
(Stefan Pieper)

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Musik & Theater
September 2016
"Aufbruch und Verstummen : Gleichermassen liegt ihr die Violine wie die Bratsche: Mirjam Tschopp hat sich beiden Instrumenten mit demselben Interesse zugewandt. So ist sie natürlich prädestiniert dafür, die beiden Sonaten für diese beiden Instrumente, die Schostakowitsch am Ende seines Lebens schrieb, auf einer CD zu verbinden. Es sind sperrige Werke, in vielem rätselhaft, ambitioniert, noch immer nach Neuland strebend und kein bisschen altersmilde, sieht man einmal vom versöhnlichen C-Dur-Gesang im Finale der Bratschensonate ab. Tschopp und ihr Klavierpartner Riccardo Bovino haben viel zu bieten an Nuancen des Ausdrucks, aber das ist auch bitter nötig, nur so wird diese vergeistigte Musik lebendig. Die Ruppigkeit und aufgewühlte Atemlosigkeit zu Beginn des schnellen zweiten Satzes der Geigensonate gelingt eindringlich, ebenso wie sie diesen Charakter nicht einfach durchhalten, sondern die tänzerischen Facetten durchscheinen lassen, und damit Spannungen erzeugen. Bloss: Es ist ein Totentanz, die rhythmische Gnadenlosigkeit gewinnt. Auch die Bratschensonate, das letzte vollendete Werk Schostakowitschs, tanzt in der Mitte, kurz nur, weit weniger heftig, bald franst es wieder aus, wie auch alles andere reduziert wird, in diesem überaus anspielungsreichen, bis auf das Skelett von wenigen musikalischen Ideen entkleideten Werk. Dieses Verstummen, Reduzieren, Verklingen erhält unter den Händen von Tschopp und Bovino eindringliche Gestalt."
(Reinmar Wagner)

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Badische Zeitung
Juni 2016
"Klarheit ohne Ende : [...] Wenige Wochen vor seinem Tod im Sommer 1975 schrieb Schostakowitsch die Sonate für Viola und Klavier. Der letzte Satz: ein Rekurs auf Beethovens Mondscheinsonate. Klänge jenseits von Zeit und Raum. Mirjam Tschopps weicher Bratschenton verleiht diesem resignativen Schwanengesang versöhnliche Wärme. Riccardo Bovino nimmt die verschatteten Farben des Streichinstruments auf, spielt den nie vollgriffigen Klaviersatz des Werks mit einer Klarheit, die ohne jede Schärfe auskommt. Konzentration, eine fast sakrale innere Ruhe zeichnen die Interpretation aus. Das gilt auch für die 1968 entstandene Sonate für Violine und Klavier, jene dem Geiger David Oistrach gewidmete unendliche Elegie. Der zweite Satz: ein fratzenhafter Tanz auf dem Vulkan. Geboten werden Referenzaufnahmen zweier Meisterwerke der klassischen Moderne."

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Pizzicato
Juni 2016
"Atmosphärisch dichte Shostakovich-Sonaten : Shostakovichs Violinsonate op. 134 und die Violasonate op. 147 spielt das Duo TschoppBovino auf einer CD von Genuin, und dabei kommt die sehr heterogene Klangsprache des Komponisten sehr gut zum Ausdruck. Die verschiedenen Stimmungen und Emotionen von Melancholie über beißende Ironie bis hin zu kräftigem Unmut durchmessen die Geigerin und Bratschistin Mirjam Tschopp und der Pianist Riccardo Bovino mit viel Gestaltungssinn und einer kompletten Beherrschung der Palette dynamischer und farblicher Nuancen."

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Concerti
Juni 2016
"Schostakowitsch hochkonzentriert - Es braucht manchmal nur zwei Instrumente, um den Kosmos eines Komponisten aufzuzeigen. Das demonstriert das Duo TschoppBovino : Das Konzentrat der Musiksprache von Dimitri Schostakowitsch ist in diesen beiden Duo-Sonaten enthalten, das Groteske, Schneidende, Elegische, die Wut, all die heftigen Emotionen, wie man sie aus seinen fünfzehn Symphonien und Streichquartetten, seinen Konzerten und aus seinen Opern kennt. Die Geigerin und Bratschistin Mirjam Tschopp und der Pianist Riccardo Bovino spielen die beiden Sonaten aus dem Spätwerk von Schostakowitsch drängend intensiv und prägnant. Das ist Musik auf Messers Schneide. Beißende Flageoletts und fahle Pizzicati sind vom Streichinstrument zu hören, zischende Triller und dumpfes Grollen im Klavier. Die eigenwilligen, launischen Übergänge der disparaten Stimmungen und vielfältigen idiomatischen Anspielungen geraten schlüssig, die Linienführung ist gestochen scharf. Die mutwilligen Oberflächenreize, die intimen Zurücknahmen, die Tiefen dieser Werke, all das überzeugt hier."
(Eckhard Weber)

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Zürcher Oberländer
Juni 2016
"Die ganze Schostakowitsch-Dimension : Selten spielen Geiger ebenso gut und gerne die Bratsche wie die Violine. Das sind meist zwei verschiedene Musikertypen. Eine Ausnahme macht hier die Zürcher Geigerin Mirjam Tschopp, die seit je auch die dunklere Bratsche liebt. Sie wechselt scheinbar mühelos zwischen den beiden Instrumenten und weiss den Klangreiz, den wesenhaften Unterschied beider Instrumente, raffiniert auszuspielen. [...]
Die elegische Violinsonate G-Dur ist für David Oistrach entstanden, hier setzt Schostakowitsch äusserst sparsame Zeichen, Violine und Klavier dialogisieren in abstrakten und doch klangschönen Reihen nachdenklich miteinander. Diese intime Zwiesprache weiss das Duo Tschopp Bovino mit schillernder Tongebung zu gestalten. Bovino nimmt als Pianist die Farbnuancen des Geigentons intuitiv auf, seine rhythmische Egalität wird nie scharf akzentuiert, die Dramatisierung bleibt stets verinnerlicht.
Auch in der Bratschensonate, diesem weiträumigen Abgesang zwischen reiner Tonalität und zwölftönigen Linien, kann man nicht anders, als gebannt zuzuhören. Der sonore Bratschenton wird von Mirjam Tschopp warm und kraftvoll, im tänzerischen Allegretto sogar beeindruckend aggressiv zelebriert. Der Klaviersatz ist nie vollgriffig, es sind zwei lineare Stimmen, die schicksalshaft miteinander verbunden sind.
Die beiden Musiker kennen sich gut, sie gehen subtil aufeinander ein, und doch behauptet jeder seinen Part. Dass sich einem in dieser schlichten Zweistimmigkeit die ganze Schostakowitsch-Dimension eröffnet, ist ihrer konzentrierten Eloquenz und gestalterischen Weitsicht zu verdanken. Das geht unter die Haut."
(Sibylle Ehrismann)

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

The New Listener
August 2016
"Der wahre Avantgardist in neuer Referenzqualität : [...] Die Neuaufnahme der Bratschensonate und der um sieben Jahre vorangegangenen Violinsonate für den unübertroffenen David Oistrach durch die Schweizer Geigerin und Bratscherin Mirjam Tschopp und den Turiner Pianisten Riccardo Bovino bewegt sich auf olympischen Höhen. Nicht nur, das Mirjam Tschopp sowohl auf der Geige als auf der Bratsche eine herausragende Virtuosin ist: Bei ihr klingt die Bratsche zudem nicht wie eine tiefere Geige, sondern eben wirklich originär, wie eine Bratsche im schönsten Sinne klingen kann, als authentischer Ausdruck des Alt-Registers mit grandios mächtiger Tiefe. Mirjam Tschopps Ausdruck umfasst eine weite Skala. Grundsätzlich fällt eine unsentimental innige Herbheit auf, die sich allerdings in idealtypischer Weise mit Schostakowitschs weltabgewandtem Spätstil verbindet. Riccardo Bovino ist ihr ein souverän mitgestaltender und intensiv zuhörender Partner, und beide sind in jeder Hinsicht bestens aufeinander abgestimmt, auch in den dynamisch heikelsten Abschnitten bilden sie ein exzellent abgestimmtes Duo. Überhaupt ist das dynamische Spektrum mit entschlossener Bewusstheit sehr weit gespannt. Hinzu kommt eine vorzügliche Aufnahmetechnik, die wohl auch von der ausgezeichneten Akustik der Leipziger Bethanienkirche profitiert haben dürfte. Hier ist in allen Belangen superbe Arbeit geleistet worden, und auch Eckhardt van den Hoogens kenntnisreicher Begleittext hält da gut mit.
[...] Es handelt sich um eine Referenzaufnahme, wie seit Jahrzehnten keine gleichrangige vorgelegt wurde. Gerne hören wir mehr von diesen außergewöhnlich ernsthaften und befähigten Künstlern."

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

Journal Frankfurt
Mai 2016
Journal Frankfurt listet die CD als Nr. 2 seiner Top 5

"[...] Die Einspielung ist ein Musterbeispiel für Präzision: ton- und aufnahmetechnisch wie auch interpretatorisch. Die Motive und musikalischen Gedanken scheinen förmlich vor den Boxen zu stehen, glasklar und detailliert. So macht Musikhören Spaß!"

CD Schostakowitsch Sonaten - Genuin

The Strad
September 2005
"Dieses höchst dankbare Werk braucht eine einfühlsame und empfindsame Solistin, um den vielen Stimmungen gerecht zu werden. Die grossartig beredte Mirjam Tschopp besitzt just diese Qualitäten. Sie verleiht der Einleitung Wärme und Heiterkeit und trifft verblüffend genau die glühende Mystik des langsamen Satzes. Das deklamierende, beinahe lustige Finale ist leidenschaftlich und rhythmisch pointiert."
(Roderic Dunnett)

CD Saygun Violinkonzert

klassik heute
Mai 2005
"Diese Eloquenz macht die Solistin Mirjam Tschopp zu einem Erlebnis, das wirklich ein solches ist, weil wir gar nicht anders können, als hörend mitzuerleben und gewissermassen szenisch mitzuempfinden, was Ahmed Sayguns episches Werk zu berichten weiss."
(Eckart van den Hoogen)

CD Saygun Violinkonzert

Classics Today
November 2007
"Mirjam Tschopp ist eine grossartige Bratschistin mit grossem, sattem Ton, der von der verwickelten Orchestration nie überdeckt wird. Sagenhaft!"
(David Hurwitz)

CD Saygun Violakonzert

Classical Lost and Found
März 2008
"Die Interpretationen werden dem breiten emotionalen Spektrum dieser Musik voll gerecht. Mirjam Tschopps Gespür für das launische Bratschenkonzert ist grossartig."
(Bob McQuiston)

CD Saygun Violakonzert

Fanfare Magazine
Januar 2006
"Ihre Technik ist durchwegs hervorragend, und ihre Konzentrationsgabe hebt sie über viele gleichaltrige, weniger geformte Musiker."
(Barry Brenesal)

CD Saygun Violinkonzert

musicweb international
Mai 2005
"Mirjam Tschopp meistert des Werkes dramatische wie poetische Anforderungen auf vollkommene Weise."
(Rob Barnett)

CD Saygun Violinkonzert

Classica-Répertoire
September 2005
"Die Lyrik dieses Werks basiert auf kurzen, gespannten Phrasen; dies fordert einen erstklassigen Solisten. Mirjam Tschopp verfügt über einen kraftvollen und brillanten Ton, und ihre virtuose Gestaltung dominiert die beiden Ecksätze."
(Stéphane Friedérich)

CD Saygun Violinkonzert